Proventis Corporate Finance and M & A Advisory Services

Mittelstandsanleihe


Alternative Finanzierungsinstrumente machen Sie flexibel und unabhängig


Innenfinanzierung

Bevor ein Unternehmen an externe Kapitalgeber herantritt, sollte es Möglichkeiten der Innenfinanzierung prüfen. Dabei erfolgt keine Zuführung von Eigen- oder Fremdkapital von außen, sondern bisher gebundenes Kapital wird zur Optimierung der Kapitalstruktur in frei verfügbare liquide Mittel umgewandelt. Ob Innenfinanzierung sinnvoll ist bzw. in welchem Umfang sie für einen Finanzierungsmix herangezogen wird, muss individuell entschieden werden. Der erste Schritt ist eine intensive Bilanz- und Ertragsanalyse. Dabei werden einzelne Positionen wie Umlauf- oder Anlagevermögen auf Kapitalressourcen überprüft sowie die wesentlichen wirtschaftlichen Kennziffern und Steuerungsgrößen ermittelt. Mit den Kenngrößen kann eine integrierte Finanz- und Unternehmensplanung erstellt und der Einfluss einzelner Maßnahmen auf Liquidität und Wirtschaftlichkeit modelliert werden. Dabei sind entscheidende Faktoren wie Risikoneigung, Steuervorteile oder zukünftige Investitionsvorhaben des Unternehmens zu berücksichtigen. Varianten der Innenfinanzierung sind: Zahlungsziele verlängern, Forderungen schneller eintreiben, stille Reserven heben (z.B. durch Sale & Lease-back), Steuermindernde Rückstellungen bilden, Lagerbestände abbauen, Nachfrageorientiert produzieren, Sortiment bereinigen und Preismodelle überprüfen.
Die Instrumente der Innenfinanzierung in der Übersicht

Leasing

Leasingverträge haben ähnlichen Charakter wie Mietverträge. Von der Miete unterscheidet sich Leasing allerdings durch die Umwälzung von mietvertraglich geschuldeten Wartungs- und Instandsetzungsleistungen bzw. des Gewährleistungsanspruchs auf den Leasingnehmer. Im Gegenzug tritt der Leasinggeber, zumindest bei der Vollamortisation, Kaufrechte und Finanzierungsfunktion an den Leasingnehmer ab. Dafür trägt der Leasingnehmer die Sach- und Preisgefahr. Leasingverträge sind somit „atypische“ Mietverträge. Daher ist der Begriff Mietkauf als Synonym für Leasing üblich, obwohl beim klassischen Mietkauf auch das Eigentum auf den Käufer übergeht. Nach Ablauf des Leasingvertrages geht das Leasinggut an den Leasinggeber zurück oder wird an den Leasingnehmer oder einen Dritten veräußert. Die Klientel von Leasingfirmen besteht hauptsächlich aus Gewerbetreibenden. Eine Ausdehnung auf Privatkunden ist jedoch zu beobachten – besonders im Bereich des Absatzleasings (hauptsächlich KFZ-Leasing). Man unterscheidet zwischen dem Finanzierungsleasing und dem Operative Leasing. Letzteres beinhaltet nur die Leasinggebühr, während Finanzierungsleasing zusätzlich eine Kaufoption gewährt. Leasing ist auch steuerlich interessant, denn Leasingkosten können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Sale-and-Lease-back

Bei Sale-and-Lease-back verkauft ein Unternehmen seine Vermögensgüter an eine Leasing-Gesellschaft und mietet sie gleichzeitig wieder zurück. Kauf- und Leasingvertrag werden dabei zu einer Einheit verknüpft. Zu einem späteren Zeitpunkt ist auch ein Rückkauf möglich. Durch den Verkauf wird schnell Liquidität freigesetzt. Allerdings sind die monatlichen Mietsummen vom Unternehmen einzukalkulieren. Im Gegenzug profitiert das Unternehmen von steuerlichen Vorteilen und der Stärkung der Kreditwürdigkeit. Zudem kann es dadurch stille Reserven heben.
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Clever: Sale-and-Lease-back immaterieller Vermögensgüter

Factoring

Factoring bezeichnet eine Forderungszession und dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung. Der Factor übernimmt die Forderungen seines Factoring-Kunden (Mandant) gegen dessen Abnehmer (Debitor). Für die Abtretung der Forderung zahlt die Factoring-Gesellschaft an den Factoring-Kunden den  Forderungskaufpreis, der um Factoring-Gebühren sowie einen Sicherheitsabzug reduziert wird. Der Betrag des Sicherheitsabzuges wird bei vollständiger Begleichung der Forderung an den Mandanten ausbezahlt.
Je nach Vertragsgestaltung übernimmt der Factor bei Forderungsausfall bis zu 100% der Summe. Der Mandant gewinnt Liquidität und finanziellen Handlungsspielraum. I.d.R. werden die eingereichten Rechnungen innerhalb von 24 Stunden ausbezahlt. Weitere Vorteile sind die Übernahme des kompletten Debitorenmanagements, Ratingverbesserung durch die Erhöhung der Eigenkapitalquote und ein Wettbewerbsvorteil durch die Stärkung der Position gegenüber den Lieferanten.
Factoring-Dienstleister bieten verschieden Varianten an. Der Mandant kann entscheiden, ob die Factoring-Gesellschaft beispielsweise nur Finanzierung und Ausfall (Delkredere) abdecken soll, oder als Full-Service-Dienstleister das gesamte Leistungsspektrum abbilden soll. Auch der Ankauf von Einzelforderungen ist möglich.
Beispielrechnung Factoring
Spezielle Form: Reverse Factoring
Forfaitierung: Ankauf von Einzelforderungen

Mezzanine Kapital

Mezzanine Kapital erfreute sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Dabei werden die Vorteile sowohl von Eigen- als auch von Fremdkapital genutzt ("mezzanino" = ital. Zwischengeschoss), wodurch Finanzierungslücken in diesem Zwischenbereich geschlossen werden.
Kapitalgeber können Banken, Beteiligungsgesellschaften oder auch vermögende Privatpersonen sein. Da die rechtlichen Rahmenbedingungen nur grob geregelt sind, sind flexible Finanzierungslösungen möglich.
Gängige Arten einer Mezzanine Finanzierung sind Junior Mezzanine (Eigenkapitalcharakter), Senior Mezzanine (Fremdkapitalcharakter) und Mischformen/hybride Formen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital (engl. Equity) ist der Vermögensteil, der nach Abzug sämtlicher Schulden übrig bleibt. Historisch bedingt ist die Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich äußerst niedrig.
Gängige Methoden zur Eigenkapitalerhöhung sind Private Equity (Minderheits- und Mehrheitsbeteiligungen), Venture Capital, stille Beteiligungen, Mezzanine Kapital und ein Börsengang.
In diesem Rahmen fallen eine Unternehmensanalyse und -bewertung, die Entwicklung der Finanzierungsmodelle, die Erstellung der Dokumentation, die Identifikation und Ansprache der Investoren sowie die Due Diligence und Verhandlungsführung an, bis es schließlich zum Signing und Closing kommt.
Sonderform: Venture Capital


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